Saturday, March 2, 2013

Einmal quer durch China und wieder zurueck

22.01. Jiuquan – Lanzhou (Zug 9h, 07:12 – 16:00)
(„Grosse Weisse Pagode“, buddhistischer Tempel)
23.01. Lanzhou – Xian (Zug 10h, 22:48 – 09:00)
24.01. Xi’an, Guide – Stadtmauer, Terracotta Armee
25.01. Xi’an, Xi’an Museum, Park
25.01. Xi’an – Shanghai (Zug 18h, 20:02 – 14:00)
26.01. Shanghai Guide (Jadebuddah Tempel, Yuyuan Garten und Basar, Bund)
27.01. Shanghai Guide (Tower, Franzoesiches Viertel, Shanghai Museum)
28.01. Shanghai (Hangzhou, Akrobatik Show)
29.01. Shanghai (wandern durch Shanghais Stadtrand, East Nanjing Road, Essen mit den
              anderen Volontaeren)
30.01. Shanghai (Klaus ist zurueck)
01.02. Shanghai mit den anderen Volontaeren, Club
02.02. Shanghai auf der Suche nach Tickets, Club
03.02. Shanghai – Hangzhou (Zug 1,5h, 14:14 – 15:45)
Hangzhou – Taiping (Anhui) (Bus 3,5h, 17:00 – 20:30)
03.02. Taiping Altstadt
04.02. Bergsteigen auf den Huangshan (6 h)
04.-05.02. uebernachten auf dem gelben Berg Huangshan
05.02. Runter vom Hangshan (3 h)
06.02. Huangzhou – Guangzhou (Flug 2h, 22:55 - 01:00)
07.02. Guanzhou – Xuwen (Guangdong) (Bus 8h, 13:00 – 21:00)
Xuwen – Haikou (Faehre 2h, 21:30 - 23:30 )
07.02. – 08.02. Haikou Hostel
08.02. Haikou – Sanya (Zug 2,5h 14:00 – 16:30)
08.02. Sanya Beach Party mit anderen Foreigners
09.02. Sanya Chinese New year
10.02. Sanya
11.02. Sanya Regenwald
12.02. Sanya – Haikou (Zug 2,5h, 13:00 – 15:30)
Haikou – Xuwen (Faehre 2h, 21:30 – 00:30)
Xuwen – Nanning (Bus 7h, 00:00 – 07:00)
13.02. Nanning – Kunming (Zug 13h, 09:55 – 23:00 )
14.02. Kunming – Reisterrassen (Bus 8h, 14:00 – 22:00 )
15.02. zurueck nach Kunming (Bus 12h, 15:30 – 02:30)
16.02. Kunming – Lijiang (Bus 8,5h, 11:20 – 19:50)
17.02. Lijiang – Schlucht (Bus 2h, 08:50 – 10:50)
17.02. 6 stunden wandern, bewoelkt, niesel, half way uebernachtet
18.02. 2 Stunden bei Regen andern + wasserfall 1,5 stunden
Zurueck nach Lijiang (Bus 2,5h, 15:30 – 18:00), Abend alstadt von Lijiang
19.02. morgens zurueck nach Kunming (Bus 8,5h, 08:30 – 17:00)
20.02. Kunming – Lanzhou (Flug 2,75h, 11:30 – 14:15)
Lanzhou – Jiuquan (Zug 10h, 21:33 - 7:30)
21.02.morgens um 08:00 Uhr in der Wohnung 
A.        Jiuquan, Gansu, China
B.        Lanzhou, China
C.        Xian, China
D.       Shanghai, China
E.        Hangzhou, China
F.        Ping Hu Xi Lu, Huangshan, Anhui, China
G.       Guangzhou, China
H.        Haikou, Hainan, China
I.          Sanya, Hainan, China
J.         Nanning, Guangxi, China
K.        Kunming, China
L.        Yuanyang, Yunnan, China
M.      Kunming, China
N.       Lijiang, Yunnan, China
O.       Kunming, China
P.        Lanzhou, China
Q.       Jiuquan, Gansu, China
 
Google: 146 Stunden
          11.050 km
Einmal quer durch China und wieder zurueck.
Seid einigen Tagen bin ich wieder zurueck in meiner bescheidenen Kleinstadt. – Zurueck von einer langen Reise in andere Welten.
Anfang Januar mit den Halbjahresklausuren unserer Schueler fingen fuer uns die Ferien an. Nach einem Seminar ueber die bisher gewonnen Eindruecke, den Umgang mit ihnen und eine erste Einfuehrung in das Thema “Rueckkehr“ macht wir Freiwilligen uns auf in die verschiedenste Ecken Chinas. Ich suchte mir meinen Weg in mein ueberschaubares Jiuquan zurueck, um dort wenige Tage spaeter meinen Besuch in Empfang nehmen zu koennen. Klaus Eiben, ein enger Freund der Familie kam mich besuchen. Zusammen verbrachten wir einige Zeit in Jiuquan. Ich konnte ihm etwas von meinem und dem laendliche Leben in China zeigen, bevor es anschliessend mit zwei Zwischenstops nach Shanghai ging.
Am 22.01. fuhren wir dann mit dem Zug nach Lanzhou, der Hauptstadt meiner Provinz Gansu. Ein Tag sollte uns dort reichen. Nicht nur meine bisherigen Erfahrungen, sondern auch einige Reisfuehrer hatten keine grossen Empfehlungen fuer Lanzhou parat. Mit atemraubend viel Verkehr und der resultierenden Luftvermutzung wirkt die Stadt das ganze Jahr ueber trist und wenig einladend. Auch der „Gelbe Fluss“ hoert sich farbenfroher an, als er tatsaechlich durch Schlamm und Muell gewoehnlich braun gefaerbt ist. Ein Aufstieg auf den „Huegel der weissen Pagoden“ und ein Tempelbesuch sollte es gewesen sein. Zugegebenermassen spielte uns die Kaelte auch nicht unbedingt in die Karten. So machten wir uns am naechsten Tag mit dem Nachtzug nach Xi’an auf. Einer „mit acht Millionen Einwohnern eher kleinen Stadt“, wie uns unsere Taxifahrer erzaehlte. Dort wurden wir zu erst von einem Guide ueber die alten Stadtmauern gefuehrt, die uns in Bezug auf die „Kleinstadt“ Xian aehnliches wiederholte. Dann besuchten wir die beruehmte Terracotta Armee. Ein ueberdemensionales Kunstwerk, dass in der Realitaet nicht minder beeindruckend ist! Heute kann man eine Auswahl an restaurierten einfachen Soldaten, Bogenschuetzen, Kung-Fu Kaempfer, Kavelleristen mit Pferden und Generaelen verschiedenen Ranges besichtigen. Waehrend man durch die drei zugaenglichen Gruben wandert und nach und nach mehr ueber die Enstehung erfaehrt, kommt man aus dem Staunen kaum raus. Auch wenn die Statuen zu meist sehr unproportional sind, kann man sich leicht von ihren Detailgetreutheit faszienieren lassen. Es scheint ihnen an nichts zu fehlen: verschiedene Frisuren und Baerte, in denen man beinahe die einzelnen Haare zaehlen koennte, sogar die Linien in der Handinnenflaeche wurden beruecksichtigt. Ueberdies aehnelt angeblich kein Soldat einem anderen. An der Frisur und den Schuhen kann man ausserdem ihren Rang ablesen. – Und alle standen einmal vor mehr als 2000 Jahren(!) auf ihren „eigenen Fuessen“.
Allerdings hatte all das einen brutalen Hintergrund. Die Sklaven, die jene Armee erichtet hatten, erfuhren harte Strafen und nicht selten die Todesstrafe, wenn dem Kaiser eine Statue nicht gefiel.
Qin Shi Huang (246 – 221 BC), der erste Kaiser Chinas, in seiner Grabstaette ein Abbild des irdischen Lebens aus Ton nachstellen. Nicht nur Streitkraefte sondern auch andere Diener und sogar Tiere wurden aus Ton gebrannt, die an verschiedenen Ausgrabungen in dem Killometer grossen Gebiet sukzessiv zum Vorschein kommen.
Schwer war es, diese Eindrueck noch zu toppen.
Abends gingen wir durch das Muslimischen Viertel und seinen Basar. Ein wirklich lohnenswertes Erlebnis und auf seine Weise auch typisch fuer China. Viele kleine Strassenlaeden, die eine breite Auswahl an Dingen verkauften (, die anscheinend auch alle einen Kaeufer fanden). Aber auch einiges Ansehnliches, bei denen wir zu handeln begannen.
Am naechsten Tag gingen wir auf eigene Faust los. Etwas ab von unserem Hotel lag das Xi’an Museum und eine Park-Anlage mit Wasserspielen. Bei strahlender Sonne und angenhemen Temperaturen konnten wir den so Tag nutzen, ihn in aller Gelassenheit zu geniessen, bevor es abends mit dem Zug zum letzten gemeinsamen Reiseziel gehen sollte.
Nach einer langen, interessanten Fahrt stiegen wir schliesslich am naechsten Nachmittag in Shanghai aus. Als keineswegs besonders empfand ich das Ankommen in dieser Metropole, an die ich hohe Erwartungen hatte. Aber es war mir auch recht so. Nach 18 Stunden des Zugfahrens war ich mit wenig pompoesen Eindruecken und einem schnellen Einchecken ins Hotel gut bedient. Lange Duschen, ein unbeschreiblich gutes Essen im Hotel und das komfortable Bett taten ihre Dienste fuer den Abend.
Fuer die naechsten beiden Tag hatten wir uns einen Guide gebucht. Eine erzaehlfreudige junge Frau mit Zahnspange und Brille hatte sich der nicht ganz einfach Aufgabe angenommen, uns Shanghai von seiner besten Seite zu praesentieren. Wie wir allerdings festellten, hatte weder unser Guide eine besondere Begabung dafuer, noch, was weitaus enttaeuschender war, Shanghai als Stadt viel zu bieten.
Der erste Tag begann mit einem Besuch im „Jadebuddha Tempel“. Ein weiterer Tempel mit einer besonderen Attraktion in Form eines 1,90 m hohen, blassgruenen Jadebuddhas. Ein weiterer Tempel in dem man als Besucher nicht auffiel. Wir gingen, gefuehrt von unsererem Guide, an den zahlreich betenden Besuchern vorbei, als sei es alltaeglich und allen Anschein nach auch war. Etwas merkwurdig kam es uns dennoch vor, wie all die Glaeubigen sich ihre Ruhe nehmen konnten, bei einem derart grossen Aufgebot an Menschen und einem daraus resultierendem Geraeuschpegel. Es war aber auch ein weiterer Tempel, genau wie der in Peking vor einigen Monaten, und vor wenigen Tagen in Lanzhou.
(Die buddhistischen Tempel sind nicht uninteressant. Ganz im Gegenteil! Es ist lohnenswert sich einmal bei Gelegenheit einen solchen anzusehen und sich auch genug Zeit fuer all ihre Details zu nehmen. Doch wuerde ich bahupten, reicht es aus, einen in China gesehen zu haben.)
Anschliessend wurden wir in den Yuyuan-Garten gefuehrt. Auch wenn es hier, wie ueberall anders in Shanghai, von Menschen ueberlaufen war, war es rueckbetrachtend der einzige Ort, den ich unter Chinesischer Kultur in Shanghai abbuchen kann. Dennoch war es ein erstaunlicher Ort in vielerlei Hinsicht. Neben der auffallend, fast schon idyllischen Ruhe, trotz unmittelbarer Stadtnaehe, stach vor allem die Symbolik in der Chinesischen Architektur in den Erklaerungen underes Guides immer wieder hervor. Diese Bauart und jene Konsturktion, gleichsam wie dieser Bogen und die Ausrichtung der Tueren, hatte ihre eigene Bedeutung und sollte in der Regel immer Glueck bringen. Eine penibel, anstrengende Arbeit musste der Bau dieses Gartens gewesen sein. Aber er ist ein gutes Bespiel fuer Chinas Traditionelle Baukunst und gar das ganze chinesische Leben, das eben einfach ueberall nach Glueck sucht.
Nach einer kurzen Pause lautete unser naechstes Ziel „Der Bund“. Die Gegend um den Bund ist das touritische Zentrum Shanghais und die bekannteste Meile der Stadt. Sie liegt direkt am Huangpu Fluss und ist bei schoenem Wetter einen ausgiebigen Spaziergang wert. Doch nicht so sehr fuer einen gelassenen Spaziergang auf der Promenade, als viel mehr fuer seine Finanzsektor, die teuren Geschaeften, Restaurants, Hotels und den vielen Wolkenkratzern, die sich gegenseitig in den Schatten stellen (im wahrsten Sinne des Wortes), ist die futuristische Meile bekannt.
Am Folgetag gestattete uns das Wetter einen Blick auf die ganze Metropole aus dem 88. Stock eines, der archtitektonisch einzigartigen Hochhaeuser. In besonderer Einzigartigkeit zeigte sich der TV-Tower von Shanghai, den ein jeder wahrschinelich schon einmal im Fernsehen oder auf Bildern gesehen hat. Diesen eintoenig grauen Beton-Riese mit seinen drei wein-roetlich glaenzenden Kugeln in Realitaet zu sehen, zeichnete ein nachhaltiges Bild in unseren Koepfen.
Nach den ernuechternden ersten Eindruecken konnte das „Franzoesiche Viertel“ nur noch wenig retten. Es war durchaus eine ansehnliche Community von kleinen Haeusern und Boutiquen, die etwas fuer sich selber stand, doch hatte ich auch hier groesseres erwartet. Ein aufraeumender Abschluss, der die beiden vorigen Tage in seiner Enttaeuschung in nichts nachstand, war das „Shanghai Museum“.
Um der schnelllebigen Stadt zu entfliehen, fuhren wir am naechsten Tag mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Hangzhou. Nach anfaenglichem Regen klarte es schnell wieder auf, so dass wir die Seenlandschaft geniessen konnten. Angenehm ruhig war vor allem die Insel Xiaoying. Eine Insel in Mitten des grossen Sees, welche seiner zahlreichen Bruecken wegen angepriesen wird.
Fuer den Abend hatten wir eine von Shanghais Akrobatik Shows auf dem Plan. Ganz anders als alles das, was Shanghai bisher bot, konnte dieser Abend mehr als nur ueberzeugen. Musikalisch wie natuerlich vor allem akrobatisch versetzte und liess einen ein Auftritt nach dem naechsten in Staunen ohne ueberhaupt Moeglichkeit zu lassen, zu verdauen. Die Akrobaten sprangen und warfen sich gegenseitig durch die Luft, verbogen sich auf unnatuerlichste Weise, balancierten Gegenstaende und sich auf verschiedenen Geraeten und fuhren schlussendlich zu acht in einer eigentlich viel zu kleinen Kugel aus Stahl. Es war einmalig.
Wir hatten somit soweit alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten und liessen den die letzten Tag ruhig angehen. Wir wanderten durch einige Starssen Shanghais Stadtraender und liefen ueber die East Nanjing Road. Eine oder vielmehr „Die“ Einkaufspassage im Zentrum der Metropole, die alles vorstellbare anpries und jeden potenziell willigen Konsumer innerhalb weniger Sekunden zum Kauf ueberredet haette. Schoen zu sehen, was es alles zu kaufen gibt und noch schoener zu sehen, womit man doch tatsaechlich alles ohne auskommt. Zusammen mit drei Freunden und Mitvolontaeren aus Jiuquan liessen wir den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.
Sie waren einen Tag vorher in Shanghai angekommen. Nachdem Klaus am naechsten Tag wieder nach Deutschland flog, schloss ich mich ihnen an und wir reisten zusammen weiter.
Nach all den Enttaeschungen, die Shanghai fuer mich bot, machte das Nachtleben alles wieder wett. Zu dritt machten wir uns auf, unsere Tanzdefizit von knapp fuenf Monaten entgegenzuwirken. Sichtlich planlos mussten wir ausgesehen haben, als wir durch die Strassen am Bund wanderten und vor einem Hochhaus stehen blieben, als von einer jungen Dame im vorbeigehen rein gebeten wurden. An den Tuerstehen und der Gaesteliste vorbei wurden wir direkt zum „Laowai-Tisch“ gebeten („Laowai“ – chin. fuer Auslaender). Zusammen standen wir dort mit mehreren anderen Nationen, die bereits sichtlich angetan von der Gastfreundschaft in Form von spendiertem Alkohol der Chinesen waren. Und los ging es: Gute Musik und tanzen – und das im sechsten Stock dierkt an der Promenade mit Dachterasse und vielen „Laoweis“ – das hatte gefehlt!
Aber nicht nur das ersehnte Tanzen war befreiend, die unzaehlbaren Europaeer und Amerikaner, die man in den Hostels vorher und auf der Party kennen lernte, waren eine willkommende und interessante Abwechslung. Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten. Menschen, die in vier Monaten ueber Land von Belgien bis China gereist waren und es noch weiter zog. Andere, die ihre Ausbildung oder ihr Studium gerade abgeschlossen hatten, aber in China bessere Chancen in komplett anderen Arbeitsfeldern sahen. Selten habe ich so offene und nette Menschen kennen gelernt, wie auf meiner Reise und vor allem in Shanghai.
Dennoch die Weltmetropole Shanghai hat in all dem rasanten Wachstum und Fortschritt der letzten 20 Jahre seine chinesische Herkunft fast komplett vergessen lassen. Sie ist eine gesichtslose Megastadt, die ueberall auf dem Glubus stehen koennte.
Trotz cooler Parties und umgaenglichen Menschen, wollten wir weiter. Und so undefiniert der Plan „Weiter“ auch war, so schwierig war es irgendwo hin zu gelangen. Des Chinesischen Neujahres wegen hatte komplett China Ferien und 3/4 der Bevoelkerung war unterwegs zu ihren Familien – mit, wie es schien, dem ungefaehr gleichem Ziel wie wir: Sueden. Alle Zuege waren ueber alle Tage, die man die Tickets im Voraus buchen konnte, komplett ausgebucht; Sitz- wie Stehplaetze. Und zwar fuer jedes Reiseziel, das auch nur in ungefaehrer Kuestenaehe lag. Darauf hatten wir natuerlich nicht geachtet. Aber irgendwie musste es weiter gehen. So ging es mit einem der ueberproportional vielen Zuege nach Hangzhou und von da aus mit dem Bus weiter nach Taiping. Ein ansehnlicher Ort mit einem vielversprechenden Ziel: Dem Huangshan – Gelbes Gebirge. Auch der Lonely Planet garantierte schoene Aussichten und zaehlte das Gebirge zu den fuenf schoensten Sehenswuerdigkeiten Chinas. Keine Frage, dass wir jede und vor allem diese Chance auf Natur mitnahmen. Am 04.02. machten wir uns bei Nieselregen auf, die 15 km lange Route von Stufen zu bezwingen. Alt und gebrechlich wie wir sind, hatten wir es mit den Knien, dem Ruecken, der eingewachsene Zaehnagel stoert sowieso schon seit Jahren, das Schuehwerk war auch das voellig falsche. Ausdauertechnisch waere es ohne die Gebrechen gar kein Problem gewesen. Kurz; der Aufstieg gestaltete sich schwieriger als geahnt. Trotzdem die Illiosion auf malerische Aussichten ferchte uns nach oben. Leider hatten der (Niesel-)Regen jedoch fuer ein nebelverhangenes Gebirge gesorgt. Aber die Luft, die Natur, die Anstrengung und auch das Erahnen und Ausmahlen von Waeldern und Bergen, deren Baumkronen und Bergspitzen, die manchmal ueber die Wolken hinaus ragten, hatten ihren eigenen Reiz. So kamen wir nach sechs Stunden dort an, wo uns die Karte hin fuehren sollte. Jetzt hiess es nur noch das Hostel finden. Die Abenddaemmerung hatte schon laengst ihren Anfang gefunden und unsere Karte liess sich nicht mit den aufgestellten Karten vereinbaren. Sinnlos rumwandeln bei dem Nebel im Dunklen mit einer alles und nichts versprechenden Karte schloss sich von selbst aus. Nach kurzer Zeit fanden wir einen Bewohner, der uns fuer eine kleine Aufwandsentschaedigung zum Hostel fuehren wollte.
Der naechste Morgen weckte uns mit prasselndem Regen. Keiner von uns war in irgendeiner Art auf dieses Abenteuer vorbereitet. Wir gaben dem Wetter noch ein paar Minuten sich zu aendern und hatten Glueck.
Der Abstieg sollte nur etwas 2 Stunden dauern. Tatsaechlich brauchten wir noch knapp eine Stunden, um uns in dem Labyrint von Wegen und Stufen zurecht zu finden und auf den richtigen Weg zu den Treppen hinab zu gelangen. Durchgeschwitzt und durchnaesst kamen wir nach fast drei Stunden am Fusse des Berges an. Noch eben etwas kraeftigen, schnellstmoeglich mit dem Bus zurueck ins Hostel und unter die Dusche. Anstrengende aber auch lohnende Tage in der Natur.
Unsere Weiterreise hatten wir vorher auch schon arrangiert. Unser Ziel hiess indess Hainan (, die Karibik Chinas). Da es aber auch von Huangzhou aus keine freien Zuege mehr gab, und fast alle Wege nach Hainan waren ausgebucht. Wir konnten uns nur nach und nach annaehern und als Transport blieb uns nur noch das Angebot zu fliegen. Am 06.02. flogen wir nachts von Huangzhou nach Guangzhou. Von da aus mussten wir vor Ort gucken wie es weiter gehen wuerde. Aber mit dem Flug hatten wir schon mal einen guten Sprung gemacht. Als wir um 01:00 Uhr ankamen galt es weiter zu planen. Nach Hainan waren es noch ca. 400 km. Ein privater Taxifahrer bot sich uns an, als er unser Reiseziel hoerte (fuer einen Preis, der nur knapp hoeher war, als den den wir letztendlich zahlten). Wir hatten jedoch von Bussen erfahren, die direkt nach Hainan fahren wuerden. Am Bus- und Zug-Bahnhof versuchten zwei von uns wiedereinmal nach entsprechenden Zuegen zu fragen, waehrend die anderen zwei erfolgreich Bustickets bekamen. Allerdings fuhr der Bus erst in elf Stunden. Ein Hostel kam jetzt allerdings auch nicht mehr infrage. Wir liessen uns auf einigen Stufen nieder und harrten aus – wie unzaehlige andere Chinesen auch. Das komplette Gelaende vor dem Bahnhof war voll von wartenden Menschen. Auf Stufen, Zeitungen oder ihrem Gepaeck lagen und sassen Frauen, Maenner und ganze Familien. Alle mit dem gleichen Wunsch, bei ihren Familien anzukommen. Mehrere Polizisten, Reinigungskraefte und Zaeune versuchten eine gewisse Ordnung zu wahren. Ein Helferteam spendete Heisswasser fuer Tee, Kaffee und Instantnudeln. Es sah so aus, als haetten dieser Ort ueber mehrere Tage schon hunderttausende von Menschen gesehen und ihnen kurzweilig ein zu Hause geboten. Also hielten auch wir hier aus. Einige Reisende liefen wie kopflose Huehner im Schnellschritt umher mit der Hoffnung, doch noch ein Ticket zu ihrem Ziel zu bekommen. Andere mussten schon seit Tagen hier festgesessen haben. Denn ihre kraftlosen Gesichter verieten, sie hatten schon beinahe jegliche Hoffnung verloren.
Mit neun Stunden des Wartens hatten wir wahrscheinlich auch noch riesiges Glueck. trotzdem waren es neun lange Stunden, die ereignislos und erschoepfend an uns vorbeischlichen. Endlichen konnten wir in den Bus. Es gab zwar keine Dusche, aber ein schmales Bett und den Gedanken an Sonne, Strand und Meer. Nach einer acht-stuendigen Busfahrt und weiteren zwei Stunden auf einer Faehre kamen wir in Haikou, Hainan an. Eine Nacht spaeter ging es in den Sueden nach Sanya. Endlich nach einem so nervenaufreibenden Hin und Her hatten wir es am 08.02. in die Sonne geschafft. Rechtzeitig fuer Chinesisch Neujahr.
Im Hostel lernten wir die naechsten „Laowais“ kennen, die uns spontan mit auf eine Strandparty mitnahmen. Es war genau das richtige Willkommen.
Der naechste Tag barg eine riesiege Ueberraschung fuer uns. Wir hatten nichts grosses unternommen und fanden ermuedet von der Mittagshitze in die Lounge des Hostels ein, in der alles fuer die grosse Ferier vorbereitet wurde. Ganz sicher waren wir uns nicht mehr gewesen, an welchem Tag genau das neue Jahr fuer die Chinesen beginnen wuerde. Allen Anschein nach sollte es am 10.02. sein. Tische wurden zusammen gerueckt und allmaehlich wurden ein leckeres Gerichte nach dem naechsten auf den Tischen plaziert. Einige chinesischen Besucher des Hostels zusammen mit der Familie des Betreibers bereiteten mussten ihre Feier gerade vor bereiten. Und ploetzlich fanden wir uns inmitten unter ihnen wieder; sassen am Tisch zwischen der Familien und Freunde; unterhielten uns, spielten, lachten und machten Spaesse, spielten Gitarre und sangen dazu und auch das Feuerwerk fehlte nicht. Unerwartet waren wir zu einem solch besondern Fest eingeladen wurden und fuehlten uns herzlichst aufgenommen von allen. Es war auf unserer Reise einer der besonderen Abend. Bei all dem was man erlebt hatte, der Terracotta Armee, Shanghai, das Gelbe Gebirge, sind es diese Abende, die eine Reise und einen selber reich an Erfahrungen machen und nachdruecklich in Erinnerung bleiben.
Am naechsten Tag hatten wir uns mit drei Freunden, die es noch vor uns bis Hainan geschafft hatten, an einem abgelegenen Strand verabredet. Strand, wenig Menschen, Sonne, hohe Wellen und die suessesten und saftigsten Fruechte, die man bekommen konnte – was brauchte es mehr zum Leben. Beim Volleyball-Spielen mit drei Italienern blieb der erste Sonnenbrand des Jahres natuerlich nicht aus. Trotzdem konnte man es das pure Leben nennen.
An unserem letzten Tag vor der Abreise wollten wir uns noch ein Stueck des nahegelegenden Regenwaldes ansehen. Zusammen mit einem im Hostel kennen gelernten Chinesen machten wir eine eher ernuechternde Erfahrung. Der Regenwald konnte leider nicht mehr viel unbelassene Natur bieten. Jeder Pfad war perfekt ausgebaut, die Pflanzen beschriftet, alle paar Meter gab es Staende mit Verpflegung und Souvenirs, die meisten Geraeusche kamen vom Band und an Tiere gab es nur noch ein paar ausgestellte Anakondas und zwei angekettete Pfauen, wie einige Papagaien um ein authentisches Photo im Paradis machen zu koennen. Obendrein wurde man durch den Rundkurs von einem Audioguide gefuehrt. Zu bestauenen gab es somit eigentlich viel mehr die Massen an Chinesen, die in Busse hier her gefahren waren und die wunderschoene Natur bewunderten.
Es ist schlichtweg eine Tristesse, wie die Chinesen jede Moeglichkeit nutzen, toristische Ziele anzulegen und fuer alles Eintritt verlangen. Ganz vorne an stand dieser Park, der bis ins kleinste Detail alle Insignien einer kuenstlichen „Natuerlichkeit“ bot, die die Chinesen lieben.
Am 12.02. fuhren wir unseren letzten Etappen entgegen: Den Reisterrassen von Yuyuan und der Tigersprungschlucht. Es lag allerdings noch eine lange Strecke zwischen uns und dem ersten Ziel. In 24,5 Stunden ging es von Sanya aus mit dem Zug zurueck nach Haikou. Von dort aus mit der Fahere ans Festland und dann mit dem Bus nach Nanning und weiter mit einem anderen Bus nach Kunming. Nach einer Nacht der Erholung in Kunmimg fuhren wir mit dem naechsten Bus in acht Stunden dorthin, wo wir am naechsten Morgen um 6 Uhr den Sonnenaufgang ueber den Reisterrassen erleben sollten.
(Die Reisterrassen werden im Winter mit Wasser geflutet und zeichenen daher ein um so schoeneres Bild von sich im Glanz der Sonne.)
Mit einem Kleinbus und einer weiteren Eintrisskarte wurden wir zu einer Aussichtsplattform gefahren auf der bereits schon hunderte Chineses mit dutzenden high-tech Kameras standen um den perfekten Moment aufzunehmen. Wenige Bilder mit meiner bescheidenen Digitalkamera (, von der ich schon dachte, sie sei gut) fuer zu Hause reichten mir. Ein Freund sah es aehnlich. Doch Geniessen und Erleben gestalltete sich schwer mit mehreren Kameras vor der eigenen Linse. Es gab kaum einen Platz, wo man ungestoert das Lichspiel und die Spiegelung der Wolken auf den Wasseroberflaeschen der Reisterrassen; die Sonne, die sich nach und nach hinter den Bergen hervorschob und die ersten Wolkefetzen mit ihren Strahlen einfing; einen eigentlich ganz normalen Morgen in der Natur einfach nur beobachten und wirken lassen konnte. Anschliessend fuhren wir noch zu denen und jenen Reisterrassen, die allein durch ihre unbefreiten Besucher auf der Suche nach dem Perfekten Bild keinen Spass mehr machten. Es war ein schon fast erschreckendes Bild wie ein Chinese nach dem anderem im Laufschritt mit teilweise zwei Kameras um den Hals und mehreren Objektivem im Koffer hinter sich von einem zum naechsten Ort hechtete, um zu Hause von jeden Terasse berichten zu koennen und ein Photo aus jedem Winkel zeigen zu koennen.
Dabei gab es neben den Reisterrassen noch so viel mehr zu sehen. Denn sie waren in einem Gebirge von mehreren Doerfern umgeben und so hoch, dass die Wolkendecke die Doerfer von unten langsam verschluckten.
Diese Gegend ist, abgeshen von all den zwanghaften Touristen, zweifelsohne eine der charmvollsten Gegenden, die ich je gesehen habe!
Unser Fahrer kutschierte uns von Plattform zu Plattform und ging natuerlich davon aus, dass wir genau das auch wollten. Allerdings hatten wir nach drei Stunden genug erlebt und machten uns auf den Weg zurueck. Ueber eine anderen Strecke und mit einem Mal Umsteigen brachte uns der Bus in 12 Stunden wieder nach Kunming. Wir wollten noch am selben Morgen weiter zu der Tigersprungschlucht, so dass wir in vier Stunden schnellstmoeglich in unser Hostel fuhren, wo wir zuvor unsere Sachen gelassen hatten, duschten, uns umzogen, das noetigstes fuer zwei Tage ohne Rucksack zusammen rafften und uns auf zum naechsten Bus machten. Am 16.02. fuhren wir also von Kunming zu erst nach Lijiang, um von dort aus am naechsten Tag in die nahe gelegende Schlucht zu touren.
Leider hatte wir auf der Zielgeraden unserer langen Reise kaum noch Elan gezeigt und uns zu sehr auf unsere hauptsaechlichen Ziele versteift. Denn Lijiang mit seiner eindruecklich Altstadt waere es allein wert gewesen, laenger zu bleiben. Aber in China laeuft man so oder so nie aus an interessanten und lohnenswerten Orten.
Den Abend verbrachten wir in der viel besuchten Altstadt zwischen Essenstaenden und einem Trommelladen, in dem wir schnell als Attraktion selber ausgemacht wurden.
Ein angenehm ruhiger Abend nach einer so hektischen Anreise.
Gespannt auf die Natur und einem absehbaren Ende machten wir uns am 17.02. gestaerkt auf in die letzte Etappe. Einer der letzte Male wuerden wir mit einem Bus fahren.
Im Busbahnhof lernten wir eine 30 jaehrige quirlige, nette Chinesin kennen, mit der wir uns zusammenschliessen durften.
Die Tiegersprungschlucht ist wie die Reisterrassen einer der Dinge, die man in China gesehen haben sollte, empfiehlt der Lonely Planet. Trotz teilweise nicht ganz ungefaehrlichen Pfaden, vor denen gewarnt wird, auf den es bereits schon Tote gegeben hat, sei die Schlucht auf Schritt und Tritt ein Genuss. Zudem wirbt der Reisefuehrer mit einer atemberaubenden Kulisse von Schneebedeckten Gipfeln, die 3900 m ueber dem Wasser in die Hoehe schiessen. Und die Beschreibung stand in keinem Detail der Realitaet nach. Ganz im Gegenteil!
Wir hatten uns den 16 km langen Weg auf zwei Tage aufgeteilt. Am ersten Tag wollte wir etwa sechs Stunden wandern und durch den Grossteil der Schlucht gelanghen. Zusammen mit einigen anderen Chinesen und Auslaendern wanderten wir bei durchwachsenem Wetter los. Stramm ueberholten wir unsere und andere Gruppen, waehrend wir aus der Stadt in die Natur eintauchten. Schnell offenbarte uns die lebendige Landschaft kaum vorstellbare Bilder. Die Schlucht war von einem reisendem Fluss geteilt, der sich hier und da verengte, aufstaute und rauschend seine Energie entlud; Auf der anderen Seite zerstachen anfangs noch bewachsene Berge die Wolkenlandschaft, welche zusammen mit der Sonne zwischen den Bergen um den Platz zu kaempfen schienen; In den Haengen unterhalb unseres Pfades tauchte ab und zu ein kleines Dorf mit schweisstreibender Vieh- und Ackerwirtschaft auf; Die Wege verjuengten, endeten im Nichts, nahm man die falsche Abbiegung, schlaengelten sich in kuerzestem Abstand hoch, um anschliessend geradewegs wieder hinunter zu fuehren; Sie wechselten ihre Beschaffenheit und bauten sich ihre ganz natuerlichen Aussichtsplattformen in schwindelerregender Hoehe. Trotz keuchendem Atem, Wind und Wetter war diese Natur so einmalig wie beeindrucken. Keiner bereute all die Anstrengung oder dachte gar ans Umdrehen.
Nach sechs Stunden kamen wir wie geplant im Hostel an und tauten in den Dusche auf.
Zusammen mit einem Esthen und einem Ukrainer liessen wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen und Kartenspiel zu Ende gehen.
Der zweite Tag offenbarte uns leider wieder eine Menge Regen. Auf einem weitaus gefaehrlicherem Pfad bahnten wir uns den Weg ins Tal. Der Regen machte den manchmal viel zu engen Trampelpfad rutschig und peitschte gleichsam den auf dem Weg befindlichen Wasserfall an. Zwei Stunden spaeter hatten wir es geschafft. Das Tal war erreicht. Wir waermten uns kurz in einem Hostel auf, bevor wir den Weg runter zum Fluss wagten. Der Tage vorher bot schon einige unangenehme Stellen fuer mich als nicht ganz schwindelfreie Person. Aber diese steinige Route runter zum Fluss wusste diese Stellen zu ueberbieten. Knapp 40 Minuten dauerte es und wir standen auf riesigen Felsbrocken und guckten in den reiserischen Fluss. Das gewaltige Blau stuerzte wenige Meter hinab und fauchte in die Hoehe. Eine voellig unkontrollierte und unkontrollierbare Masse, die sich seinen ziellosen Weg mit jeder Macht suchte und alles und jeden auf mitnahm. Es war ein Spektakel sondergleichen, das die Natur uns hier bot. Langen blieben wir bei dem Getoese sitzen und starrten gedankenverloren in den Fluss.
Etwas laenger dauerte der Aufstieg wiederum. Oben angekommen erwartete uns nach einigen Stunden der Bus zurueck nach Lijiang. Kraftlos freuten wir uns noch einen Abend in Lijiang verbringen zu koennen, den wir begleitet von drei Chinesen aus unserem Hostel in der Altstadt verbrachten.
Am 19.02. fuhren wir mit dem Bus zurueck nach Kunming. Von dort aus sollte unser Flieger am folgenden Tag nach Lanzhou gehen. Auch hier lernten wir noch einmal eine Albanerin, US-Amerikaner, und einen Finnen kennen mit denen wir zum Abschluss unserer Reise zusammen essen gingen.
Endlich ging es auf den Heimweg. Einen Monat lang aus einem 18 Kilogramm schweren Rucksack zu leben, machte sich bei allen bemerkbar. Man freute sich auf die eigene Dusche, das eigene Bett, auf die Waschmaschine und das Kochen. Es wurde Zeit wieder nach Hause zu kommen und auch wieder etwas zu tun zu haben.
Ich bin nun seid einer Woche wieder in meinem Apartment in Jiuquan und habe auch schon die erste Woche Unterrichten hinter mir. Es geht ins zweite Semester und langsam damit dem Ende entgegen, auch wenn es noch vier Monate sind.
In den letzten Wochen habe ich einige Mails von denjenigen Freiwilligen aus meiner Organisation erhalten, die sich fuer ein halbes Jahr im Ausland beworben hatten. Vor einem Jahr erst sehe ich uns noch auf einem der drei Auswahlseminare sitzen und uns ueber unsere Laenderentscheide, die Projekte und die damit verbundenen Sorgen unterhalten. Es geht alles rasant schnell.
Ich freue mich aber auf das zweite Semester und bin gespannt, welche Abenteuer es mit sich bringt.
Viele herzliche Gruesse
Leon J. Reuss










Reiseroute



Reiseroute 2.

Terracotta Armee



Terracotta Armee 2.


Muslimisches Viertel, Xian

Shanghai

Huangshan - Gelbes Gebirge

Reisterrassen




Reisterrassen 2.







Tigersprungschlucht(v.l.: Leon, chinesische Freundin, Arian, Lasse)




Tigersprungschlucht 2.

Tigersprungschlucht 3.



Tigersprungschlucht 4.




Tigersprungschlucht 5.

Tiegersprungschlucht 6.

Weihnachten und Silvester

Wie ich im vorherigen Bericht schon angedeutete, bekam ich Besuch ueber Weihnachten und Silveste: Meine Freundin, ein Freund und seine Freundin. Am 22.12 holte ich sie vom Flughafen ab. Es war ein unwirkliches Gefuehl, so vertraute Gesichter ploetzlich hier bei mir am anderen Ende der Welt zu sehen.
Lange blieb ihnen allerdings nicht um sich auszuruhen. Ein Weihnachtsbaum musste noch gekauft werden und ein paar Christbaumkugeln fuer die Dekoration. Am 24. war die Wohnung voll ausgeschmueckt mit Lichterketten, Kerzen, einem Plastik-Weihnachtsbaum, geschmueckt mit Lametta, Christbaumkugeln und solche die welche sein wollten, unter ihm ein Berg Geschenke, Marzipan, Plaetzchen und Lebkuchen aus Deutschland, die ihren Duft nach Weihnachten verbreiteten (fand ich zumindest) und sogar an ein Lebkuchenhaus wurde gedacht. Ein bisschen Schnee fehlte vielleicht, aber trotzdem ueberkam einem das sehnsuechtige Gefuehl nach dem warmen und gutriechenden vier Waenden, wenn man draussen in der Kaelte stand. Nicht zu vergessen bleibt die wohlige Atmosphaere des Zusammensein. Alles was ein richtiges Weihnachten ausmacht, wurde mir geboten. Ich haette es mir nicht besser vorstellen koennen!
Abends hatten wir uns zusammen mit zwei anderen Freunden (Lasse und David) zum Kochen und fuer die Bescherung verabredet. Lange ueberlegten wir hin und her, was wir kochen koennten. Irgendetwas westliches sollte es sein. Da wir keinen Backofen hatten, war Ente schnell ausgeschlossen und die Auswahl limitiert. Schlussendlich mussten wir uns zwischen folgendem entscheiden: Curry-Chicken-Pfanne, Spaghetti Bolognese, oder selbst gemachte Burger. Es wurde die Burger. Gegen gut gemachte Buletten kann man auch nichts einwenden.
Vorher gelang es den Reussens noch eine Skype-Konferenz einzurichten. Und eines Durfte natuerlich nicht Fehlen: Mit meinem Besuch sangen wir alle zusammen im drei teiligen Kanon „Stille Nacht“. Die einen aus Neuseeland, die anderen aus Deutschland und wir aus China.
Anschliessend gab es die Bescherung mit vielen vielen Geschenken. Und um den Abend gebuehrend abzuschliessen, entschlossen wir uns fuer den einmaligen Film: Lissi und der wilde Kaiser.
Ein Kirchenbesuch abends hatten wir leider nicht geschafft, wenn auch anfangs geplant, aber die Predigt meines Vaters gab uns den Segen.
Es war ein sehr besonderes Weihnachten fuer alle und ein wirklich schoenes!

Silvester war ein aehnlich schoener Abend. Gemeinsam mit Lasse gingen wir erst Essen und guckten anschliesend „Dinner for One“. (Eines meiner Weihnachtsgeschenk von zu Hause.) Kurz vor 00:00 Uhr trafen sich alle Volontaere aus Jiuquan vor einer Bar um in das neue Jahr reinzufeiern. Es gab zwar nicht die ueberall bekannten China-Boeller, aber dafuer andere unterhaltsame Feuerwerke. Unter anderem 5000 aufgerollte uebergrossen Piepmatcher, die alles im naeheren Umkreis verwuesteten oder es zumindest so aussehen liessen. Dazu noch ein paar Bengalische-Lichter und auch ein paar Feuerwerk-Batterien.


Wir hatten wirklich eine gute Zeit und zwei schoene Feste! Ich kann mich nur unendlich gluecklich schaetzen, dass ich solche einmaligen Freunde habe, die so viele Muehen und auch Kosten auf sich nehmen, um mich zu sehen und mit mir diese Abende zu verbringen!

Ich hoffe, Sie hatten/ ihr hattet auch besinnliche Weihnachten und sind/seid gut ins neue Jahr gekommen.

Ich habe jetzt bis Ende Februar Ferien und werden versuchen der Kaelte im Norden zu entfliehen und etwas im Sueden rumreisen.

Bis bald
Mit besten Gruessen
Leon

Mein Wohnzimmer zu Weihnachten



Unser Weihnachtsessen



Thursday, January 10, 2013

Sunday, December 9, 2012

Normalität in China?! / Normality in China?!


 Normalität findet sich in mein Leben ein. Bevor ich Euch nun irgendwo mitten in meinen Alltag schuppse, beginne ich vielleicht besser zuerst mit dem wichtigsten Teil meines Lebens hier mit meiner Schule und dem Unterrichten.
Meine Schule ist mit knapp 1300 Schülern noch eine relativ Kleine . Es gibt drei Jahrgangsstufen (sieben, acht und neun) mit jeweils acht Klassen und einer Klassenstärke von durchschnittlich 55 Schülern. Ich unterrichte 14 Stunden die Woche plus zwei sog. „English Corner“, eine mit den Lehrern, eine mit den Schülern. Zu Anfang des Jahres unterrichtete ich noch alle drei Jahrgangsstufen. Vor zwei Wochen hat sich das geändert. Eine anderen Volontairin hat ihre Schule gewechselt und ist nun bei mir, sodass ich jetzt nur noch die Acht- und Neuntklässler unterrichte.
Die anfängliche freudige Gespanntheit über meine neue Aufgabe und auch ein Grossteil der Nervosität sind verflogen. Ein bisschen Routine und Gelassenheit sind eingekehrt. Aber man kann ja auch nicht jeden Tag wie ein Held gefeiert werden und beim Autogramme geben ueberrant werden..
Ich habe dennoch immer viel Spaß am Unterrichten.
atuerlich kristallisieren sich nach vier Monate Klassen heraus, mit denen es mehr Spass macht und die besser mitmachen und solche, die sich schwer tun bzw. es sich schwer machen. Vor allem bei den neunten Klassen habe ich so manchmal meine Schwierigkeiten meine Motivitation zu finden, die wie ich in meinen Sessel im Buero manchmal fast auf den Boden gerutscht ist. So habe ich mich auch schon selber dabei ertappt, wie ich Luft-fauchend und Augen-kneifend aufgestanden bin, um mich zurueckzubesinnen, dass jede Klasse denselben Start mit mir bekommen sollte. Was ich mir am Anfang nicht unbedingt so gedacht haette, aber auf eine gewisse Weise auch eine Motivation fuer ich ist. Und wenn ich mit gute Laune in den Klassenraum komme, spiegelt die sich meistens auch schnell auf den Gesichtern der Schueler wieder.
So hat mich die Realität schnell eingeholt und mein anfängliches Konzept korrigiert. In meinen Gedanken sah es so aus, als seinen alle chinesischen Schüler streb- und gehorsam. Und sowieso noch interessierter als ohnehin schon, da ich der erste Foreign Teacher an der Schule bin. Als mir die Schüler dann noch erzählten, dass sie montags bis freitags von morgens 7:30 Uhr bis abends 18:00 Uhr Unterricht hätten und dazu noch ca. 3 – 4 Stunden Hausaufgaben täglich wurde mein Vorurteil von China und seinen Schülern nur noch mehr gefestigt.
So kam ich an die Schule mit dem Gedanken, ein freundlicher, spaßiger Lehrer zu sein, der den Kinder ein bisschen Abwechslung in den Alltag bringt. Spaß stand bei mir wohl schon eher im Vordergrund als Lernen.
Aber zumindest Murphys Gesetz gilt auch in China: Selbstverständlich ist es nur selten so, wie man es sich dann ausmalt und erhofft.. Kinder sind Kinder, egal wo man auf der Welt ist. Und 16 ist ein Alter, in dem Schule einfach nicht mehr bedingungslos das Wichtigste ist. Die Pupertät trägt  ihren Teil dazu bei. Wenn auch viele Dinge nicht passieren dürfen, passieren sie doch irgendwie irgendwo.
(Eltern und Lehrer achten sehr genau drauf, dass ihr/e Sohn/Tochter sich nicht zu sehr mit dem anderen Geschlecht abgibt, geschweige denn eine Beziehung eingeht. Immerhin könnten sie eine potenzielle Karrierebremse sein und hinderlich für den Lerntrieb eines Menschen.)

Deswegen musste ich mein Konzept überdenken. Wobei es auch ein bisschen auszuprobieren und zu lernen galt. Denn laut werden, mit einem Buch auf den Tisch schlagen oder ähnliches hatte eher einen gegenteiligen Effekt. Kurz wird es ruhig in der Klasse, alle gucken wie aufgeschreckte Antilopen, wo die Gefahr lauert und bewegen sich nicht, ehe die ersten Mädchen alle mit ihrem Gekicher anstecken. Jetzt könnte man meinen, ich könne es ja genauso wie meine Kollegen regeln, aber das sind Methoden, die schlicht und ergreifend nicht in Frage kommen; Schülern ihren Hocker für den ganzen Tag wegzunehmen, sodass sie im stehen schreiben müssen. Oder, was weitaus häufiger ist, dem Schüler im Büro Zucht und Ordnung lehren, indem sie sich erst eine minutenlange Moralpredigt anhören und dann mal härter und mal weniger härter mit einem Stock auf die Handflächen oder ans Bein geschlagen werden – oder mit einem Heft ins Gesicht, obwohl diese Art der Bestrafung mittlerweile auch in China gesetzlich verboten ist.
Es ist wirklich schwer mit anzusehen, wie die Schüler so erniedrigend werden, vor allem weil ich nichts aendern kann. Aber wann immer dieses Thema diskutiert wird, was nur wenig passiert, zeige ich meine Ablehnung deutlich.

Aber ich musste das Rad ja nun nicht neu erfinden. Wie war es denn bei mir? Während ich einmal mehr vor einer zu lauten Klasse stand und mich zurück auf meine Schulzeit besann und wie viele Schwierigkeiten meine Klassenkameraden und ich unseren Lehrern wohl gemachten hatten, fiel mir auch schnell ein, was ich als Schüler am meisten hasste: Hausaufgaben. Mit einer kleiner Anpassung an die östliche Kultur, war eine neue Strafe schnell gefunden. Die nächste Klasse half mir eindrucksvoll, wenn auch ungewollt, meine neue Strategie auszuprobieren, als ein Schueler mich auf nicht ganz so clevere Art mit Kreide bewarf.
(Vor allem in China, ist mir aufgefallen, ist man als Übeltäter schnell ausgemacht. Sobald es richtig ernst wird, weisen alle Finger und Gesichter auf den Übeltäter
Also wischte ich das komplette Ergebnis unsere Stunde von der Tafel, lies den Schüler im hinteren Teil der Klasse stehen und fordert von allen, dass Stundenziel bis zur nächsten Woche schriftlich. Und es half. Auch wenn es mir missfiel, den Jungen vor der Klasse auf diese Weise bloss zu stellen und alle zu bestrafen, gelang es mir, mit dieser Art der Kollektivstrafe meine Klassen wieder zur Konzentration zu bringen Und auch einige Handys mussten fuer eine Woche eingesammelt werden, damit es dann jeder verstand.
Es ist schon fast ein wenig erschreckend, was man als Lehrer alles sieht. In solchen Momenten hoffte ich dann doch irgendwie, dass man selber in der Schule nicht so auffällig geschummelt hatte.
Am Abend auf der Couch, wenn ich etwas geschafft den Tag Revue passieren lasse,  beschleicht mich manchmal ein merkwürdiges Gefühl. Auf der einen Seite war ich vor kurzer Zeit selbst noch Schüler und habe wahrscheinlich ähnlichen Blödsinn gemacht ohne darüber nachzudenken, wie anstrengend es eigentlich für den Lehrer war. Andererseits finde ich mich auf einmal vor einer Meute Halbwüchsiger wieder, die selbstverständlich genau dieselben Flausen im Kopf haben. Und jedes Mal denke ich mir, wie viel einfacher, freier und unterhaltsamer der Unterricht doch für alle sein könnte, wenn………….
Nun, es ist es auch eine Erfahrung plötzlich Teil des Kollegiums zu sein. Wobei ich noch nicht viel Chinesisch verstehe, kann ich wohl heraushören, wie sich die Kollegen über den einen oder anderen Schuler unterhalten und sich mit Sicherheit auch über ihn ärgern und/oder auslassen. Das mitzubekommen, weckte in mir noch eine ganz andere Hoffnung oder Befürchtung;  „Was wohl über mich so ehemals im Lehrerzimmer rum ging?!“
Es ist aber eine unglaublich coole Erfahrung. Ich kann es nicht anderes sagen. Trotz der Anstrengungen einen so unmittelbaren Vergleich vom Schüler-Dasein zum Lehrer-Dasein in nur ein paar Monaten zu haben und zu sehen, wie es auf beiden Seiten funktioniert.

Ausser der Schule ist eine „English Activity“ mit den Doktoren des örtlichen Krankenhauses ein fester Bestandteil meiner Woche. Diese „Activity“ wurde vor einigen Wochen auf Eigeninitiative eines Arztes gestartet um die Englischkenntnisse der Ärzte aufzubessern. Dafür werden ein anderer Foreign Teacher und ich zu den sonntäglichen Treffen eingeladen und wir unterhalten uns über alltägliche Dinge. Es ist eine ganz nette Abschwechlung zur Woche, da ich so andere Menschen kennen lerne und auch gezieltere Fragen stellen kann.
Natürlich treffe ich mich im Rest der Woche nicht nur mit meinen Mitvolontairen. Ich habe auch ein paar chinesische Freunde – sowohl unter den Schülern und Lehrern wie auch außerhalb der Schule. Sie zeigen mir mehr von der Stadt und der Kultur hier. Am Wochenende geht man dann gerne in Karaoke-Bars (KTVs). Die sind etwas anders, als man es sich vorstellen mag. Im Grunde sind es große Gebäude, in denen man sich einen Raum mieten kann, um mit seinen Freunden zu singen und zu trinken. Eingangs hatte ich so meine Zweifel, ob ich mich da ueberhaupt jmd. singen hoeren moechte.  Aber mein unentdecktes musikalisches Talent wurde schnell deutlich und es macht Spaß, Menschen allein mit der Stimme zu unterhalten und ihnen ein Stück Freude ins Gesicht zu zaubern. ... Um ehrlich zu sein bleibt meine musikalische Gabe wohl besser auf ewig verborgen. Es macht schon riesig Spaß, aber zum einen hört man die Stimme meist gar nicht und zum anderen ist der Rest auch mehr damit beschäftigt, zu trinken oder sich zu unterhalten.
Auch wenn man sich etwas an die Planung der Chinesen gewoehnen muss, wie ich schon in meinen vorigen Texten anklingen hab lassen. Meistens werde ich  angerufen und gefragt, ob ich jetzt Zeit und Lust habe, etwas zu unternehmen. Aber diese überraschende Planung gilt nicht nur im Freundeskreis. An alle Besuche Offizieller, an die ich mich erinnern kann (sei es der Haedmaster, Persönlichkeiten des Bureau of Foreign Affairs, oder andere wichtige Menschen) waren überraschend und die Besucher standen plötzlich vor meiner Haustür oder vor meinem Büro in der Schule. Besonders eindrucksvoll bewiesen es die 15 Offiziellen des Bureaus of Foreign Affairs. Wieder einmal unangekündigt standen sie eines Montags in der Eingangshalle des Schulgebäudes. Wie ein kopfloser Hahn ging der Vize-Schulleiter im Schnellschritt durch die Schule, um meine neue Kollegin und mich aus dem Unterricht bzw. der Unterrichtsvorbereitung herauszuholen und den Offiziellen vorzustellen. Sie wollten nur eben sehen, ob es uns denn gut gehe, wie die Verhältnisse in unseren Apartments sind und ob die Schule uns gut behandele. Nach zehn Minuten waren die Besucher schon wieder auf dem Rückweg. Ich stand aber noch etwas staunend über das grade Passierte in meiner Tür.
Aber wie heisst es so schön: „When in Rome do what the Romans do.“ . Mittlerweile habe ich mich gut angepasst und mache es den Chinesen gleich. Wenn ich etwas brauche, dann rufe ich ein paar Minuten vorher an und entweder es klappt oder nicht. Wenn ich gebraucht werde, dann habe ich entweder Zeit oder eben nicht. So scheint hier alles zu funktionieren und irgendwie funktioniert am Ende zumindest das Wichtigste.
Weiterhin bleiben die wöchentlichen Einladungen zum Essen ein mehr oder minder fester Bestandteil meiner Woche. Ich dachte, nach den ersten Wochen des Kennenlernens legt sich die Aufregung um mich und damit auch die grosszügigen Einladung. Die Aufregung hat nun nachgelassen, aber die Einladungen bleiben. Was mich natuerlich freut und ehrt. Der Anlass der Einladungen ist dabei merklich unterschiedlich. Neben den offensichtlichen Gründe wie Interesse und Prestige, gibt es vor allem noch die Einladungen mit besondern Anlass; „Wenn Schülereltern zum Essen laden“, könnte man vielleicht sagen. Lehrer in China werden nicht selten von den Eltern eines Schuelers zum Essen eingeladen um, wie es vordergruendig heisst, ueber die Leistung des Schuelers zu sprechen. Das es nicht umbedingt darum geht, ist nicht erwaehnenswert. Das Ziel ist, dass die Lehrer dem jeweiligen Schueler in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken, da die Klassen sehr gross sind.
Essen ist in China ein großes Thema. Es ist in meinen anfänglichen Berichten vielleicht auch schon ein bisschen angeklungen. Wenn man zum Essen einlädt oder eingeladen wird, sollte man wie viel Zeit mitbringen, denn unter zwei Stunden geht nichts. Meist isst man in einer grossen Rund. Statt einem Gericht fuer jeden werden viele einzelne Gerichte bestellt, die sich auf der sog. „Lazy Susan“ in Mitten des Tisches von Gast zu Gast drehen. Worauf man gerade Appetit hat nimmt man sich mit seinen Staebchen runter.
Das Essen hat auch viel mit Respekt zu tun. Das fängt gleich da an, wo man sich hinsetzt und wen man zuerst begrüß. Die wichtigste Person sitzt gegenüber der Tür und wird zu erst begrüßt. Wo man sich selbst hinsetzt, bestimmt die eigene Wichtigkeit. Aber am besten ist man beraten, sich eher nach hinten zu ordnen und dann vielleicht noch nach vorne gebeten wird. Wenn die Gerichte dann gebracht werden, werden sie zunaechst immer erst zur wichtigstens Person gedreht und ihm/ihr angeboten. Beim Trinken wird natürlich auch mit die wichtigsten Person zu erst angestoßen.
Man sieht, Essen ist eine wirkliche wichtige Sache in China, die über vieles entscheiden kann!

Jetzt ist schon Dezember und es weihnachtet sehr. Diese Jahr leider nicht, zumindest nicht bei mir. Ich habe zwei sehr schöne Adventskalender bekommen, die mir wenigstens einen bisschen vorweihnachtliche-Stimmung aus Deutschland bringen. Naja wo soll auch schon Weihnachten sein, wenn es keine Christen gibt. Das heißt, eine Kirche soll hier wohl schon irgendwo irgendwie vielleicht sein, habe ich mir sagen lassen.
(Diese etwas relative Umschreibung ist übrigens eine Spezialität der Chinesen. Vor allem das Wort „vielleicht“ könnte von den Chinesen monopolisiert werden. Wie der ein oder andere von euch es vielleicht auch schon von China gehört hat, hängt dieser inflationäre Gebrauch damit zusammen, dass man in China nur ungern eine konkrete Absage erteilt oder zugibt etwas nicht zu wissen.)
Es gibt hier generell nicht so viele gläubige Menschen. Buddhisten habe ich bis jetzt nur in Tempeln gesehen, aber dafuer ist der Norden Chinas etwas muslimisch gepraegt.
Zurück zu Weihnachten: Was für ein Fest das werden wird, weiss ich auch noch nicht. Ich habe aber das unwahrscheinliche Glück, dass ich Besuch aus Deutschland bekomme. Ich feier Weihnachten also nicht alleine.
Und auch wenn es hier nicht viele Christen gibt, Weihnachten als Fest ist sehr wohl bekannt und wird auch mehr oder weniger gefeiert. Die Geschäfte sollen wohl drei Tage lang besondere Angebote haben und die Menschen in einen Kaufrausch versetzen.
Einladungen habe ich natuerlich auch schon bekommen. Ein Dokotor moechte uns mit in eine Karaoke-Bar nehmen. (Dann wird „Last Christmas“ von Wham geschmettert!)


Nun sind bald vier Monate um. Meine Erfahrungen und Eindücke bisher lassen es bereits wie ein halbes Jahr erscheinen oder gar länger. Auch die Selbstverständlichkeit mit der hier mittlerweile alles passiert, bestärkt mein Gefühl. Und wirklich, während ich durch die Strassen gehe und mit meinem gebrochenen Chinesisch die Lebensmittel auf dem Markt kaufe, und dabei noch ein bisschen zu handeln wage, wird mir manchmal bewusst, dass ich in China, einem total fremden Land bin, mit einer komplett anderen Kultur und Sprache.
Ich habe mich eingelebt und es macht einfach alles Spass hier, egal wie anstrengend das ein oder andere ist!

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit und eine gute Vorbereitung auf Weihnachten.


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Normality in China?!

By now normality has come into my life here in China. But before I push you somewhere into my daily life I better start off with the most important thin: Teaching and the school life.
My school is with about 1300 students still a relatively small one. There are three grades (seventh, eighth, ninth) each with an average of 55 students. I teach 13 lessons a week plus two so called “English Corner”, one with the students, one with the teachers. As in the beginning of the year I taught all three grades, now I only teach seventh and eighth. Another volunteer has come to my school and overtook the seventh grade.
The initial (happy) tensity about my new task is gone as well as most of the nervousness. A little routine and serenity has settled in me. But one can not be celebrated like a hero and give autographs every day.
However, I still enjoy teaching!
Of course after four months one finds some classes to be more fun and which better work along and other classes which are less fun. Especially when it comes to the ninth grade I sometimes have troubles to find my motivation as it has nearly dropped to the floor like me in the armchair in my office. But somehow it is also a motivation and I know that every class has their right for the same beginning with me as the one before. And also whenever I entered the room in a good mood and with a smile most often it mirrors in the face of the students.
That is how the reality overtook my life quickly and corrected my early concept of teaching.
In my thoughts I pictured it more like all Chinese students were ambitious and pretty obedient. And since I am the first foreign teacher at this school the students were even more interested in me as usual. And whenever the students told me that they have school Monday through Friday from 7:30 a.m. to 6:00 p.m. with three to four hours of homework afterwards I was fortified in my prejudice about China.
So I came to school with the aim to be happy and funny teacher who brings some difference in the student’s daily life. Fun was apparently one of my main goals.
At least Sod’s law also applied to China: Naturally it is only seldom as one has pictured it all in the mind. Teenagers are simply teenagers wherever you are in the world and 16 is an age where school is not necessarily the most important thing in life. The puberty takes its part up as well. Even though a lot of things may not happen, somehow somewhere they are taking place.
(Parents and teachers are looking closely after their children and students and what they are doing - especially in means of the opposite gender.  After all a relationship could be a potential danger for the future career and the natural drive to study)

That is why I had to rethink my concept. Whereby I also had to try out and learn.
Because raising the voice extremely, making noise by throwing a book on a table and alike had more the opposite effect. For some second it is quiet in the classroom, everybody looks up like scared antelopes, looking out for the danger, as the first girl starts to infect everybody with a giggle.
Now, one might ask why I do not handle it as the other teachers cope with difficult students but that are methods which are just not considerable: Taking away the student’s chair so that he/she has to stand all day. Or, something that happens more often, calling the student to office, talk to him as long as the student has more than just a sore conscience and hit the student – even though this kind of punishment is also in China already forbidden by law it is still deeply anchored in the Asian culture.
It is really not easy to see how the students are being humiliated, especially because I cannot do anything about it. But whenever someone talks or asks me about this kind of punishment I show my emphatic refusal.
But I did not need to reinvent the wheel. How was it when I was a student? While I stood once more in front of a much too noisy class I remembered my school time and how many difficulties my classmates and I probably have caused for our teachers. I quickly remembered what I hated the most when I was a student, too: Homework.
The next class helped me impressively to try my new strategy as one of the students threw chalk at me.
(Especially in China the culprit is quickly found. As soon as the atmosphere is serious all fingers or faces detect the culprit)
So I erased everything we had written down on the board, let the student stand for the rest of the hour in the back of the class and demanded the lesson’s goal as a written text. And it worked. Even though I was greatly displeased with this way of group punishment and with putting bad light on this student, it was the only way how a gained all the attention back again. Also cell phones had to be collected and kept for a week until really everybody understood.
It is a little frightening what one sees as a teacher. In those moments I hoped that I was not so conspicuous.
In the evening sitting on the couch when the day was done a weird feeling rose in me every once and a while. On the one side just some months ago I was still a student and perhaps did similar nonsense without thinking about how exhausting it was for the teacher. On the other side I find myself in front of a class subadults who of course have the same nonsense on their minds. And everytime I think to myself how easy and fun the class could be.
Now, it is also an excting experience to suddenly stand on the other side and be part of the teaching staff. Whereby I do not understand a lot of Chinese I can sometimes pick out when the teachers talk (not always kindly) about some students. Hearing that also wakes another hope or fear: What the teacher might have talked about me?!
Still, it is an unbelievable cool experience. I cannot say it any other how. To have a so immediate comparison from the life of a student to the life of a teacher despite of all the stress is strange and exciting at the same.

Besides the school an “English Activity” with the doctors of the local hospital is a steady part of my week. This “Activity” was established by a doctor just weeks after I arrived in Jiuquan to improve their oral English. Every Sunday another foreign teacher from the neighbouring city and I are invited to tea and coffee and just talk about the daily life with the members. It is very nice to gain also an insight in their lifes.
Of course I do not only meet the other volunteers the rest of the week. I also have some Chinese friends – students, teachers, and also outside of the school. They show me around in the city and show me about the Chinese culture. At the weekends the Chinese like to go to so called “KTVs” which are karaoke-bars. They are a little different then I (and maybe you) expected. As a group one goes to those bars and one basically rents a room where only oneself and the friends sing and drink alcohol if one wants to. At first I hesitated a little and was not quite sure whether anyone really wants to hear me singing but quickly my musical talent was discovered and it began to make fun. … To be honest my musical talent better stays hidden. However, it is a lot of fun, even though one hardly can hear the one or other voices as the instrumental is much too loud and most of the guests are more into drinking alcohol.

One also has to get a little used to the Chinese way of planning something as I have already described a little in my texts before. Most often I receive a call with the question if I had time now.
But those sudden calls do not only take place under friends. All visits from officials went the same way (whether it was the Dean, the Vice, the Headmaster, or officials from the Bureau of Foreign Affairs). All the sudden they stood in front of my door and gave me simultaneously a call. Especially impressive was the visit of the officials of the Bureau. One Monday 15 officials stood in the hallway of the school as the Dean took me out of class and I had to show them my apartment. And as the left 5 minutes later I still stood a little stunning in the door.
But as a saying points it out pretty well: „When in Rome do what the Romans do.“ . By now I have adopted to this mentality. Whenever I need something I call that person some minutes before and either it works out or not. Whenever I a needed either I have time or not. And somehow everything finds its way; at least the most important things.
Furthermore the weekly invitations for lunch and dinner are still a stable part of my week. I thought once everybody knows me more or less and the excitement about my person is over the invitations would be, too. But no. However, I feel very honoured by that of course.
The reason for the invitation is most often one of a special occasion, besides the obvious of interest and prestige. One could give those special invitations the headline: “When parents invite their children’s teachers”. Teacher in China are not seldom invited to such dinner to as it said talk about the effort of the student in school. That none of all the persons present are talking about the student must probably not be mentioned. The aim of those invitations is that the teachers pay more attention to the particular student as most of the classes have 50 or more students.

Eating together with guests is a big deal in China. When one invited or is invited one definitely has to bring a lot of time – less than two hours is nothing finished. Instead of one dish for everybody many dishes are ordered and placed on the so called “Lazy Susan”. Whatever one likes one takes with the chopsticks and turns the table on.
Being invited to such meals also has a lot to do with showing respect. It begins with where to sit and who to greet first. The most important person sits always opposite of the door. When the dishes are placed on the table it always first turns to the important persons. When drinking one also cheers first to the important people.
One can see eating is and important and big thing which can decide about many things.

It is already December and Christmas is on the way. This year unfortunately I cannot see a lot of that. I do have two Advent Calendar though which bring a little Christmas feeling to me.
Well, but here especially in the north of China there are only a very few Christians. However, a church is supposed to be here in town somewhere maybe.
(This relative response to my answer is a speciality of the Chinese. In particular the word “maybe” could be monopolized by China soon. As the might know this inflationary use of the word correlates therewith that in China hardly anybody would ever admit that he/she does not know. Before that the Chinese rather say something very vague)

I do not know what kind of Christmas it will be this year. I have the unbelievable luck that I am visited by friends over Christmas. So I will not celebrate alone.
Of course I am also already invited to „celebrate“ Christmas with the Doctors. Maybe, they said, we will go to a karaoke bar. (Then I will sing “Last Christmas” from Wham =)

Four months have passed by. My experiences and impressions make it seem as it has already been half a year or even longer. Also the naturalness with which everything happens by now confirms this feeling. And really, as I go through the streets and by what I want from the market I dare to bargain with just those few words I know, it suddenly comes to my mind that I am in China, a far away country with a complete different language and culture. And that feeling is great.


You see I have accumulated very well by now and everything, whether it is sometimes stressful or not, is just fun.

I wish you all a merry Christmas. Enjoy the holiday and being around the family.

Your Leon